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Biogas, Ökogas & Klimagas – was hat es damit auf sich?

Seit Anfang Oktober 2011 haben Verbraucher in Deutschland erstmals die Möglichkeit, Ihren Gasversorger frei zu wählen. Durch diese Option wurde natürlich der Wettbewerb angekurbelt – mittlerweile stehen viele Gastarife von verschiedensten Anbietern zur Auswahl. Wechselt man zu einem günstigen Gasversorger, so kann man als Verbraucher bis zu einigen hundert Euro jährlich einsparen.

Seit der Liberalisierung des Gasmarktes offerieren auch immer mehr Gasversorger Ökogas, Biogas oder sog. Klimatarife – durch diese Angebote sollen natürlich in erster Linie besonders umweltbewusste Kunden angesprochen werden. Diese „grünen“ Tarife sind zwar in der Regel etwas teurer als herkömmliche Gasangebote, weisen dafür aber einen besonderen Umweltnutzen auf. Der jeweilige Umweltnutzen kann allerdings von einem Angebot zum anderen deutlich unterschiedlich ausfallen – hier gilt es für den Verbraucher, sich vor einem Vertragsabschluss genau über die ökologischen Vorteile des jeweiligen Tarifs zu informieren.

Doch was genau hat es eigentlich auf sich mit Begriffen wie „Ökogas“, „Klimatarifen“ oder „Biogas“?

Damit Sie sich einen kleinen Überblick verschaffen können, wollen wir Ihnen die wichtigsten Begriffe an dieser Stelle kurz erläutern:

1.     Ökogas 

Beim Begriff „Ökogas“ ist das grundsätzliche Problem, dass dieser Begriff nicht genau definiert ist. Je nach Anbieter kann es sich dabei um unterschiedliche Gasprodukte handeln – bei vielen Ökogas-Angeboten handelt es sich um Gas, das im Vergleich zu Erdgas zumindest einen Anteil von klimaneutralem Biogas enthält. Es gibt auch Ökogas-Tarife, bei denen das gelieferte Gas vollständig aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind oder Sonne gewonnen wird – hier ist z.B. das sog. „Windgas“ von Greenpeace Energy zu nennen.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch sog. „Ökogas“-Tarife, bei denen die Kunden zwar ganz normales Erdgas erhalten, aber die Gasanbieter die entstandene CO2-Belastung mittels gekaufter Emissionszertifikate oder durch Unterstützung von Klimaprojekten wieder auszugleichen versuchen – in diesem Fall spricht man von sog. „Klimatarifen“.

Als Kunde sollte man sich deshalb stets genau informieren, welche ökologischen Vorteile das jeweilige Ökogas-Angebot eigentlich hat

2.     Biogas 

Eine Reihe von Gasanbietern bieten mittlerweile Tarife an, bei denen das Erdgas zum Teil oder sogar vollständig durch Biogas ersetzt wird.

Lichtblick offeriert z.B. ein Gasprodukt, dass neben herkömmlichem Erdgas einen Anteil von mindestens 5 Prozent Biogas enthält. Bei Naturstrom kann der umweltbewusste Kunde sogar zwischen einem Biogas-Anteil von 10, 20 oder ganzen 100 Prozent wählen (desto höher der Biogasanteil, desto teurer der Kilowattstundenpreis).

Bei Biogas handelt es sich um ein brennbares Gas, das hergestellt wird durch die Vergärung von regenerativer Biomasse – also nachwachsender Rohstoffe wie Zwischenfrüchte, aber auch Rest- und Abfallprodukte aus der Land- und Forstwirtschaft (Gülle, Dünger, Grünschnitt, Restholz). Diese Stoffe werden dann unter bestimmten Milieubedingungen in einem Fermenter bzw. einer Biogasanlage vergoren. In diesem biologischen Zersetzungsprozess wird die organische Biomasse größtenteils in die Bestandteile Wasser, Kohlendioxid und Methan (60-65%) umgewandelt. Methan ist ein brennbares Gas, das übrigens auch Hauptbestandteil von Erdgas ist. Das durch Vergärung entstandene Biogas kann dann zu Erdgasqualität aufbereitet und in das bestehende Gasnetz geleitet werden. Dort gelangt es daraufhin zu den Haushalten, wo es ganz normal zum Heizen oder Kochen genutzt werden kann. Bei den meisten Biogasanlagen wird das gewonnene Biogas aber direkt vor Ort in einem Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Strom und Wärme verwendet.

Biogas gilt als klimaneutral, da dieses bei seiner Verbrennung zwar auch geringe Mengen CO2 freisetzt – aber eben nur so viel, wie die zur Herstellung genutzte Biomasse zuvor der Atmosphäre entzogen und gespeichert hatte. Es handelt sich also um einen geschlossenen CO2-Kreislauf – aus diesem Grund betrachtet man Biogas als klimaneutral.

(Anm.: Bei der Verbrennung von herkömmlichen Erdgas dagegen wird CO2 freigesetzt, das seit Millionen von Jahren in der Erde gebunden war – hier wird der Atmosphäre also „neues“ CO2 zugeführt, was wiederum schädliche Auswirkungen auf das Klima hat).

Biogas hat vor allem den großen Vorteil, dass zur Produktion regenerative Energiequellen (also nachwachsende, örtlich verfügbare Rohstoffe) genutzt und begrenzte fossile Energieträger eingespart werden können. Außerdem kann man bisher ungenutzte Pflanzen und Pflanzenreste sowie Bioabfälle zur Herstellung verwenden.

Kritik an Biogas:

Auch wenn Biogas als ökologische Alternative zu Erdgas bezeichnet wird, so soll hier nicht verheimlicht werden, dass es auch Kritik an dieser Art von grünem Gas gibt:

Die Biogas-Produktion ist nämlich häufig mit intensiver Landwirtschaft (Monokulturen) und besonders mit Massentierhaltung (zwecks Gewinnung von Gülle und Mist) verbunden. Dies lässt sich laut Ansicht von Kritikern nicht mit der Grundidee von ökologischer Landwirtschaft verbinden. Außerdem werden zur Herstellung von Biogas manchmal genmanipulierte Pflanzen eingesetzt, die schneller wachsen und schädlingsresistenter sind.

Gerade der Anbau von Energiepflanzen (z.B. Mais-, Getreide- oder Grassilage) zur Biogas-Herstellung kann darüber hinaus in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion geraten.

Trotzdem hat Biogas im Vergleich zu herkömmlichen Erdgas eindeutige Vorteile (siehe oben).

Außerdem möchten wir an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die von uns getesteten Biogas-Anbieter (Naturstrom & Lichtblick) ausdrücklich auf Biogas verzichten, das mittels Massentierhaltung oder durch Verwendung von Genpflanzen gewonnen wurde.

3.     Klimagas / Klimatarife

Manche Gasanbieter offerieren sog. „Klimagas“ – dabei handelt es sich allerdings um ganz normales Erdgas, welches per Tarif verbunden ist mit einer Kompensation des bei der Verbrennung entstehenden klimaschädlichen CO2.

In diesem Fall garantieren die Gasanbieter die CO2-Neutralität des gelieferten Erdgases, da die Anbieter mittels eines erhöhten Gaspreises Emissionszertifikate erwerben, durch die die entstandene CO2-Belastung wieder ausgeglichen werden soll. Andere Gasanbieter bieten sog. „Klimatarife“ an, bei denen der im jeweiligen Ökogas-Tarif enthaltene Aufpreis genutzt wird, um regenerative Energieerzeugung in Schwellen- und Entwicklungsländern zu finanzieren. In diesem Fall versuchen die Gasanbieter also, den durch Förderung, Transport und Verbrennung des Erdgases verursachten CO2-Ausstoß mittels Klimaschutzprojekten wieder zu kompensieren.

Klimagas wird übrigens vom umweltbewussten Unternehmen Greenpeace Energy rundweg abgelehnt, da bei dieser Art von „Ökogas“ keinerlei Anreiz zur Vermeidung von CO2-Emissionen vorläge. Außerdem komme es zu keiner Förderung erneuerbarer Energien.

4.     Windgas 

Bei Windgas handelt es sich um ein innovatives, umweltfreundliches Gasprodukt, dass ausschließlich von Greenpeace Energy angeboten wird („proWindgas“). Das Unternehmen betrachtet Windgas als sinnvolle Alternative zu Biogas, da Windgas ausschließlich mittels erneuerbarer Energien gewonnen wird - in erster Linie Windkraft, aber künftig wohl auch mittels Wasserkraft oder Solarenergie. Bei Windgas wird Ökostrom genutzt, um mittels Elektrolyse aus Wasser Wasserstoff zu gewinnen. Der Wasserstoff kann dann als Energieträger ins Gasnetz eingespeist und ganz normal zum Heizen oder Kochen genutzt werden. Alternativ ist auch eine Rückverwandlung in Strom möglich.

Ein großer Vorteil an diesem Verfahren ist, dass dadurch das bereits bestehende Gasnetz als Speicher für Ökostrom erschlossen wird. Das normale Stromnetz kann nämlich die schwankenden Mengen sauberer Energie nicht jederzeit aufnehmen, wodurch wertvolle grüne Energie oftmals ungenutzt bleibt. Dieses Problem wird durch die Windgas-Technologie gelöst, da der Ökostrom hier in Form von Gas im Gasnetz gespeichert wird und schließlich auf dem Wärmemarkt als Gas oder zurückverwandelt in Strom genutzt werden kann.

5. Waldgas

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